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Kreativagenturen in Einzelhaft

Wir feiern den Tag der Arbeit. Während du dir das dritte Bier reinstellst, kannst du lesen, was erfolgreiches Home-Office ausmacht. Und keiner wird dich zum Sport auffordern, versprochen.

Ideenschmiede Home Alone

Wir sind eine Ideenschmiede. So verdienen wir unser Geld. Seit 25 Jahren lösen wir die Probleme unserer Kunden mit der Kreativität unseres Teams. Nun hat uns Corona in Einzelhaft geschickt. Wir konnten uns entscheiden: aushalten oder umdenken.

Wir haben uns für Zweiteres entschieden. Und es funktioniert.

Aber es wäre gelogen zu sagen, wir wären nicht überrascht gewesen. Denn das Entwickeln von Ideen im Büro ist eine Sache. Aber wie schafft man es, gemeinsam Ideen zu spinnen, wenn jeder zu Hause in Einzelhaft sitzt?

Wir haben uns also überlegt, wie herausragendes Teamwork auch in diesen Zeiten gelingen kann. Wie betreibt man erfolgreiches Home-Office im großen Stil?

Die Weichen, die gestellt werden müssen: Empower your people

Wir alle haben schon viele Artikel darüber gelesen, welche Tipps und Tricks man anwenden soll, um das Home-Office perfekt zu organisieren. Konsequente Tagesplanung, Yoga, Pause-Strategien, Intervallfasten: Alles schon gehört. Aber ist es nicht von den meisten zu viel verlangt, von 0 auf 100 ein makelloses und funktionstüchtiges Ein-Mann-Coworking-Space hochzuzüchten? Wir sagen ja.

Die Weichen für ein optimales Home-Office legt man nicht von heute auf morgen. Und wir sprechen hier nicht einmal von den technischen und rechtlichen Grundvoraussetzungen. Wir sprechen vom Mindset.

Von Mitarbeitern wird erwartet, selbstständig, eigeninitiativ und effizient zu arbeiten. Diese Erwartungshaltung kann nur optimal erfüllt werden, wenn die Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Effizienz der Mitarbeiter schon im Vorfeld gefördert wurden. Alle Leser, die sich schon einmal mit dem Thema New Work auseinandergesetzt haben, wissen was jetzt kommt. Stichwort: psychologisches Empowerment von Mitarbeitern.

Viele Wissenschaftler erachten das psychologische Empowerment als das Fundament für gute Arbeit. Durch die Weitergabe von Entscheidungsbefugnissen, in Kombination mit Sinnstiftung und Kompetenzförderung, soll eine stark erhöhte intrinsische Aufgabenmotivation bei Mitarbeitern entstehen. Dies fördert Ideenvielfalt und optimiert die Prozesse (Schermuly, 2019).

 

Laut Gretchen Spreitzer, einer der Vorreiterinnen auf dem Gebiet, steht das Erleben von psychologischem Empowerment auf vier Säulen:

Unsere These:

Je stärker die einzelnen Säulen ausgeprägt sind, desto erfolgreicher das Arbeiten im Home-Office.

 

Ein empowerter Mitarbeiter weist also sowohl die Kompetenzen als auch die Motivation und Selbstständigkeit auf, das Home-Office perfekt zu meistern. Und wir alle kennen es: Wenn wir das Gefühl haben, unsere Meinung zählt und wir sind Teil des Entscheidungsprozesses, dann fühlen wir uns auch verantwortlich für das Ergebnis. Ergo: Wir geben unser Bestes, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Aber wie misst man Empowerment eigentlich?

Kommunikation ist die halbe Miete

Es wäre herzlos von uns, dich nun einfach so mit den obigen Informationen sitzen zu lassen. Du fragst dich vielleicht: Empowerment, wie funktioniert das jetzt eigentlich? Tja, da gibt es tatsächlich einen wichtigen Eckpfeiler, der dabei hilft, Empowerment direkt umzusetzen und die Zusammenarbeit im Home-Office zu optimieren.

Nein, jetzt folgt keine Liste von Tipps und Tricks, wie du dich selbst erfolgreich aus deiner Jogginghose pulst. Nein, wir werden dir nicht sagen, wie du deine Binge-Watching-Sucht in den Griff bekommst. Wir sind eine Kreativagentur. Ganz ehrlich: Wir sind die Letzten, die dir dabei helfen können ein Vorzeigebürger zu werden.

Aber was wir können, ist Kommunikation. Und das ist in der momentanen Situation das einzige Gegenmittel für Doppelarbeit, Missverständnisse, Fehler und kollektive Wutausbrüche. Und weil Listen dann doch einfach geil sind, folgt nun unsere:

How to communicate with colleagues while wearing no pants

1. Senke deine Hemmschwelle

Wenn die ganze Abteilung im Home-Office sitzt; wenn man nicht mal kurz beim Rauchen oder in der Kaffeeküche irgendetwas klären kann; wenn du nicht die Möglichkeit hast, bei einem 5‑Minuten-Brainstorming mit deiner Kollegin einen Hirnknoten zu lösen; dann gibt es nur ein Entkommen: Mehr ist mehr.

Zelebriere so viel Kommunikation wie möglich und komme dir dabei nicht dumm vor. Teile dich mit. Rufe Kollegen an und tausche dich aus, auch wenn du konsequent das Gefühl hast, zu stören. Wir versprechen dir: Du gehst niemandem auf den Sack! Die anderen haben ein ebenso großes Mitteilungsbedürfnis wie du.

2. Halte das Team im Loop

Keiner sieht, woran du momentan arbeitest – außer dein fetter Kater, der aussieht wie Garfield und riecht wie Alf. Und bevor Doppelarbeit oder Missverständnisse entstehen, solltest du lieber dein Team konsequent im Loop halten. Lieber 3 Minuten länger getippt als 4 Stunden umsonst gearbeitet.

3. Keiner soll sich ausgeschlossen fühlen

Bei der Arbeit ist es schlimmer als in der Highschool. Grüppchen bilden sich immer. Es gibt die Quarterbacks und die Tuba-Solisten. Natürlich ist das immer mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Trotzdem ist es wichtig darauf zu achten, dass sich keiner alleingelassen oder außenvor fühlt. Je besser es jedem Einzelnen geht, desto besser ist das Team. Also unterstützt offensiv das, was im Büro aus einer Natürlichkeit heraus geschieht. Trinkt ein digitales Feierabendbier. Raucht eine digitale Zigarette. Organisiert ein digitales Beerpong-Turnier. Hauptsache alle sind mit dabei.

4. Fragt, wie es euch geht

Sind wir mal ehrlich und nicht gezwungen positiv: Die momentane Situation ist richtig abgefuckt. Tja. So ist es. Und weil es uns allen so geht, und weil wir alle im selben Boot sitzen, und weil uns das Wohl unserer Kollegen am Herzen liegen sollte: Zeigt Mitgefühl. Fragt, wie es euch geht. Versucht so empathisch wie möglich zu sein. Für niemanden ist die Situation angenehm. Aber je mehr Liebe ihr zeigt, desto besser geht es euren Kollegen. Und je besser es allen geht, desto besser läuft die Zusammenarbeit.

Zurück in die Zukunft

So meine lieben Leidensgenossen des einsamen Kaffeeschlürfens. Wir haben uns also angeschaut, welche Weichen man schon vor Corona hätte stellen müssen, um smooth durch die Krise zu kommen (Empowerment). Und welches Mittel jetzt ganz konkret dabei hilft, zu Hause gute Arbeit leisten zu können (Kommunikation). Doch kommen wir mal zu der Zeitform, vor dessen Ungewissheit wir uns seit jeher fürchten: Der Zukunft.

Es ist schwer zu leugnen, dass sich einiges verändern wird. Eine Weltwirtschaftskrise ist im Gange. Wir sind kollektiv in das kalte Wasser des Home-Offices geschubst worden. Aber wie es beim Eistauchen so ist: Erst kriegt man keine Luft, dann will man es durchziehen und wenn man wieder draußen ist, will man wieder rein. Oder doch nicht?

Diese Frage stellen sich nun auch einige Forschungsinstitute. Laut einer Studie des bayrischen Forschungsinstituts für digitale Transformation (2020) wünschen sich 68% der Bevölkerung auch nach der Corona Krise mehr Home-Office. Auch unser Arbeitsminister Heil feilt an einem Recht fürs Home-Office. Darin stecken viele Chancen.

Trotzdem muss man sich natürlich fragen, ob die momentane Zusammenarbeit im Home-Office eben nur so gut funktioniert, weil wir alle im selben Boot sitzen. Wie wird denn die Situation, wenn die Hälfte wieder im Büro ist und die andere nicht?

Es wird schwer, die Zukunft des Home-Office mit der jetzigen Situation zu vergleichen. Wir befinden uns dann in einem völlig anderen Setting. Momentan ist das Ganze mit einer Trainingsphase vor dem tatsächlichen Turnier zu vergleichen. Natürlich wollen wir ihn alle: Den Titel der Home-Office WM. Leider kennen wir die Spielregeln, die Gegner und auch die Wetterbedingungen noch nicht.

Die Sache ist ungewiss. Doch ganz gleich, ob wir nächstes Jahr wieder alle im Büro sitzen oder den Jogging-Hosen-Hemd-Look für Videocalls perfektioniert haben: Empowerment und Kommunikation sind zwei Faktoren, die ein erfolgreiches Team ausmachen.

Also packt euch selbst, eure Kollegen und eure Chefs am Ohrläppchen und arbeitet daran. So habt ihr die Chance euch als Unternehmen gut aufzustellen. So könnt ihr der Zukunft die Stirn bieten.